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Last update: 2020-02-27

Musikalische Erst- und Frühdrucke, Musikmanuskripte, Musiker-Autographen, Fachliteratur, Ephemera.

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Liste 30
Rund um Napoleon
Autographen, Musikdrucke

Das Attentat auf Napoleon, Paris 24.12.1800

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Charles Joseph Antoine Schwilgué (1775-1808), Brief aus Paris nach dem 24.12.1800

"Am 3. Nivose (= 24. Dezember) wollte man Napoleon mit Hilfe eines Pulverfasses in die Luft sprengen; ihr habt die Nachrichten ohne Zweifel erfahren; man beschuldigt die Jakobiner; Paris ist ruhig; man hat schon Einige eingesperrt und hofft, dass man die Schuldigen finden wird..."

EUR 380,- → Artikel 14929 / Details

Malta - Malteser Ritter
Das Ende der Ordensherrschaft 1798

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Wechselbrief von 1798 über 2.700 Gulden von Malta nach Wien an Graf Herberstein, den Repräsentanten des Malteser Ritterordens am kaiserlichen Hof.

Aus den letzten Tagen der Ordensherrschaft.
Signiert vom Großkomtur Montauroux und führenden Ordensrittern in Malta, Palermo, Livorno, Venedig, und Triest.

Noch während der Brief unterwegs ist, beendet Napoleon (am 12.06.1798) die Herrschaft des Ordens und vertreibt diesen aus Malta.

EUR 400,- → Artikel 13064 / Details

Grétry, André Ernest Modeste (1741-1813)

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Eigenhändiger Brief, Paris, 10.03.1799

An den Ballettmeister der Oper Pierre-Gabriel Gardel:
1. wegen ausstehender Bezahlung für sein Ballet "La Caravane du Caire".
2. Bitte, eine Tänzerin zu protegieren:

"Ich bitte Sie Mlle Delisle ein kleines Solo tanzen zu lassen - ich habe die Air gemacht, die Sie mir angedeutet haben. Sie ist mit Barterreche liiert, und ich habe das größte Interesse, mich ihm zu verpflichten."

verkauft - sold

Méhul, Étienne-Nicolas (1763-1817)

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"Adrien" - Napoleon?

Eigenhändiger Brief an Henriette Georgeon [Paris ca. 1799]
über eine Komposition von Georgeon
und seine Oper "Adrien"

Die Oper "Adrien", komponiert 1791 als "Hadrian, Kaiser von Rom", sollte 1792 uraufgeführt werden. Da man im revolutionären Paris aber Kaiser Hadrian mit dem feindlichen Österreichischen Monarchen gleichsetzte, wurde die Oper zurückgezogen. 1799 kam die Oper mit einigen Umarbeitungen als "Adrien" (ohne "Empereur" im Titel") doch noch auf die Bühne und erlebte einen sensationellen Erfolg. Da man nun aber Parallelen zwischen Adrian und Napoleon zu sehen glaubte, wurde die Oper abermals vom Spielplan genommen.

EUR 800,- → Artikel 16709 / Details

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Hier täuschte Méhul Napoleon:

Air de l’Irato: Chanté par Dozainville. Musique de Méhul. Accompagnement de Lyre ou Guitare, par Phillis.

Paris, Pleyel (PN 399 d), [1803]

Méhul wurde von Napoleon, der dem italienischen Stil zuneigte, "als zu deutsch, zu wenig gefällig" kritisiert und schrieb daraufhin - anonym - die opéra-comique "L'Irato". Diese brachte er unter einem Pseudonym 1801 auf die Bühne. Die Premiere in Anwesenheit Napoleons war ein immenser Erfolg, und Napoleon meinte zu Méhul, er solle ihn öfters so täuschen ("Trompez-moi souvent ainsi").

verkauft / sold

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Seltener Stimmensatz der Ouverture von Méhuls erfolgreichster Oper:

Ouverture de l'opéra Joseph pour deux Violons, Alto, Basso, 2 Flutes, 2 Hautnois, 2 Clarinettes, 2 Cors, 2 Bassons, 2 Trompettes & Timbales. [Stimmen, Parts]

Offenbach, Jean André (PN 3175), [ca. 1813]

Nur 1 Exemplar im WorldCat.

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Cherubini, Luigi (1760-1842)

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Beethoven als Ghostwriter von Cherubini? - Der Fake von 1893:

Notenmanuskript "Der Wasserträger"
fälschlich als "Eigenhändige Entwürfe von Beethoven" bezeichnet - aus dem Vorbesitz des "Beethoven-Narrens" Sigmund Austerlitz.

Enthält - entgegen der Angabe auf dem Titelschild - eine zeitgenössische Abschrift von "Die zwey unvergesslichen Tage nach der Oper: Les deux journées / von Cherubini; im Clavierauszuge." Wien, Kunst- und Industrie-Comptoir, PN 72-75 [1803]

Siehe auch: Kopfermann, Albert 'Über die Behauptung von Siegmund Austerlitz, Beethoven habe auch die Oper "Der Wasserträger" komponiert und dann die Rechte an Cherubini verkauft.' AMZ 1893.

Der seltene Klavierauszug von der Konkurrenzproduktion im Theater an der Wien 1802 in einer anonymen weiteren Übersetzung, einen Tag nach der Premiere im Wiener Hoftheater (dort in der Übersetzung von Treitschke).

verkauft - sold

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Zum Vergleich:

Duett "Ich wage gern das Leben" aus der Oper "Die Tage der Gefahr".

Wien, Hoftheater-Musik-Verlag (PN 218), [1802]

Einzelnummer aus dem Klavierauszug in der Übersetzung von Treitschke.

EUR 45,- → Artikel 14265 / Details

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Und eine 3. Version:

Der Wasserträger. (Les deux Journées.) Ein Singspiel in drey Akten.
Im Klavierauszuge von G. B. Bierey.

Leipzig, Breitkopf und Härtel, [1802]

EUR 280,- → Artikel 16560 / Details

Jean-Nicolas Bouilly (1763-1842), Librettist von "Les deux Journées - Der Wasserträger - Tage der Gefahr", auch Autor von "Leonore", hier in der berühmtesten Vertonung:

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Beethoven, Ludwig van (1770-1827)

Fidelio. Oper in zwei Aufzügen nach dem französischen bearbeitet von F. Treitschke. Clavierauszug. [Op. 72].

Bonn, Simrock (PN 1136), [nach 1815]

Titelauflage von Simrocks Ausgabe 1815 mit neu lithographiertem Titel. Früher Druck von den ersten Platten.

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Boieldieu, François-Adrien (1775-1834)

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Ouverture du Calife de Bagdad.
Arrangée pour le Piano avec l'Accompagnement de Violon obligé par l'Auteur.

Paris, Chez Mlles Erard, Rue du Mail No. 37 (PN 10), [1800]

Die Oper "Le calife de Bagdad", uraufgeführt am 16.09.1800, war Boieldieus erster großer Erfolg.

Aus dem ersten Jahr des Musikverlags Erard (PN 10), gegründet von den Nichten der Klavierbauer Sebastien und Jean Baptiste Erard.

EUR 100,- → Artikel 13389 / Details

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Ma Tante Aurore - Quatuor chanté par Martin Gavaudan, Mesdames St. Aubin et Gavaudan. Paroles de Longchamps. Arrangé pour le Piano Par V. Dourlen.

Paris, Chez Cherubini, Mehul, Kreutzer, Rode, N. Isouard et Boieldieu, [ca. 1803]

Erstdruck. - Der Bearbeiter Victor Dourlen (1780-1864) war Schüler von François Joseph Gossec und unterrichtete von 1800 bis 1842 am Pariser Conservatoire.

EUR 120,- → Artikel 13583 / Details

Crescentini, Girolamo (1762-1846)
"Erster Sänger der Concerte Sr. Maj. Des Kaisers von Frankreich und Königs von Italien [= Napoleon, 1805-1814]."

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Uebungen für die Singstimme ohne Worte mit einer Vorerinnerung
Recueil d'Exercices Pour la Vocalisation musicale avec un Discours préliminaire.

Leipzig, Breitkopf & Härtel, [1806-1814]

Seltene Gesangsschule des italienischen Kastraten-Sängers, Gesangspädagogen und Komponisten. - Die Einführung auf Deutsch und Französisch, die 20 Gesangsstücke ohne Text als Vokalisen auszuführen.

EUR 220,- → Artikel 16355 / Details

Dalvimare, Martin Pierre (1772-1839)
Komponist und Harfenist in der Kapelle von Napoleon, 1807 Harfenmeister der Kaiserin Josephine.

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Fantaisie Sur l’Air Favori de Léonce Avec Six Variations Pour la Harpe. Oeuv. 26.

Paris, Magasin de Musique dirigé par Cherubini, Mehul, Kreutzer, Rode, N. Isouard et Boieldieu (PN 491), [1807]

EUR 80,- → Artikel 13623 / Details

Rode, Pierre (1774-1830)
1800-1803 Violinsolist in der Privatkapelle Napoleons

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Quatuor pour deux Violons, Alto et Basso Oeuvre XI. No.III.

Leipzig, Hoffmeister & Kühnel (Bureau de Musique) (PN 407), [1805]

Das Quartett aus der Zeit Rode's als Violinsolist in der Kapelle des Zaren Alexanders I.

Beethoven schrieb 1811 seine letzte Violinsonate (op.96) für Rode.

EUR 140,- → Artikel 13096 / Details

Napoleons Auswirkungen auf das Wiener Zeitungswesen:

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Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat. Herausgegeben von mehreren Geschäftsmännern und Gelehrten. 1.-3. Jahrgang 1808-1810.

Wien, Degen, 1808-1810

Die "Vaterländischen Blätter für den österreichischen Kaiserstaat" erschienen in Wien zweimal wöchentlich von 1808 bis 1814, mit einer kriegsbedingten Unterbrechung vom April 1809 bis Jänner 1810. Unter dem Motto "Wahr, freymüthig, bescheiden" sollte - mitten im napoleonischen Krieg - mit einem großen Korrespodentennetz aus allen Teilen der Habsburgermonarchie ein Bewußtsein für die Vielfältigkeit und die Besonderheiten des Kaiserstaates geschaffen werden.

Mit der berühmten "Übersicht des Gegenwärtigen Zustandes der Tonkunst in Wien" (27.05.1808 und 31.05.1808), die neben den berufsmäßigen "Künstlern und Professoren" auch die "Dilettanten" namentlich anführt, so zB die beiden Mozart-Schülerinnen Freyinn von Jaquin und Frau von Lagusius. Am 16.01.1810 erschien - kriegsbedingt mit halbjähriger Verspätung - der Nachruf auf Joseph Haydn.

verkauft / sold

Napoleons Niederlage 1812:

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Jansen Louis (1774-1840)

The Battle of Salamanca. A song written by G. Walker and set to music by Louis Jansen.

London, G. Walker, [1812]

Patriotisch- anti-napoleonisches Lied auf den Sieg von Wellington in der Schlacht bei Salamanca (22.07.1812). (Ein Jahr später verherrlichte Beethoven mit seinem op. 91 "Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria" einen weiteren Triumph des englischen Feldherren.)

Louis Jansen, Bruder der deutsch-englischen Starpianistin Therese Jansen Bartolozzi. Clementi, Dussek und Haydn schrieben für Therese mehrere Werke. Haydn, als Freund der Familie, war 1795 in London ihr Trauzeuge.

EUR 120,- → Artikel 14775 / Details

Sehnsüchtige Erinnerung an Napoleon: "Te souviens-tu?"

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Meyerbeer,Giacomo (1791-1864)

Eigenhändiger Brief mit Notenzitat an Nicolas-Louis Gouin mit Bitte um Recherche zum Ursprung der Melodie von "Te souviens-tu?".

Ems, 25 juillet 1840

Meyerbeer fragt aus seinem Kurort Bad Ems - anläßlich eines Streites zwischen deutschen und französichen Gästen - seinen Pariser Vertrauten Nicolas-Louis Gouin nach Beweisen über den Ursprung der berühmten, überall gesungenen Melodie (es folgt das Notenzitat). Tatsächlich stammt die Melodie von Joseph-Denis Doche père (1766-1825) und wurde 1817 durch den Chansonnier Émile Debraux (1796-1831) berühmt, der die Melodie für sein Gedicht "Te souviens-tu?" mit der sehnsüchtige Erinnerung an die große Zeit der napoleonischen Erfolge verwendete. 1825 verwendete auch Carl von Holtei die Melodie in ähnlichem Sinn für sein Liederspiel "Der alte Feldherr", in der sich der polnische Freiheitsheld Kosziusko - über die polnische Teilung trauernd - an die erfolgreiche Schlacht von Dubienka 1792 erinnert. Die Melodie wurde immer wieder mit neuen Texten unterlegt, unter anderem als berühmtes Antikriegslied "Ich bin Soldat doch bin ich es nicht gerne" von 1870.

EUR 600,- → Artikel 16663 / Details

2 musikalische Nachklänge aus dem 20. Jahrhundert:

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Krenek, Ernst (1900-1991) - Grabbe, Christian Dietrich (1801-1836)

Napoleon oder Die hundert Tage.
Theaterzettel Schiller-Theater.

[Berlin], [Schiller-Theater], [ca. 1923]

Drama von Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), Aufführung durch das Schiller-Theater Berlin unter Leopold Jessner mit der Schauspielmusik von Ernst Krenek.

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Schoenberg, Arnold (1874-1951)

Ode to Napoleon Buonaparte (Lord Byron)
Quartettfassung mit Klavier und Rezitator (Partitur).

New York, Schirmer (PN 40981cx), [ca. 1945]

Frühe Titelauflage der Partitur der von Schoenberg selbst erstellten Quartettfassung auf Grundlage der autographierten Orchesterpartitur.

"Es ist das erste Werk, in dem Schoenberg zu den politischen Ereignissen, die ihn ins Exil getrieben haben, kompositorisch Stellung bezog. (...) Schoenbergs Hoffnung, dass das Werk als politische Botschaft häufig aufgeführt werde, erfüllte sich indes nicht." (S. Hanheide)

EUR 150,- → Artikel 13088 / Details