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Eine rätselhafte Huldigung

Müller, Eduard G.

Hochgesang des Oestreichschen Volks gedichtet und in Musik gesetzt für Männerstimmen mit Orchester Begleitung und Sr. Majestät dem Kaiser von Oestreich Franz I. in tiefster Ehrfurcht gewidmet. "Singet und betet zum Schöpfer der Welt, dass er den Kaiser uns segnend erhält!".

[Berlin], Art. Lith. Institut, [1827-1833]

EUR 180,00

32x26 cm, 7 Seiten auf sehr festem Papier, Lithographie, Titel in kalligraphischem Druck mit Doppeladler-Wappen. Fadenbindung. Titel angeschmutzt, sonst sauber.

Eine musikalische Huldigung für den österreichischen Kaiser Franz I., die Rätsel aufgibt. Kaiser Franz der I. von Österreich, der als Kaiser Franz II. des Heiligen Römischen Reichs begonnen hatte, begründete 1804 unter dem Eindruck der napoleonischen Kriege und der damit sich abzeichnenden Auflösung dieses "Heiligen Römischen Reichs" eine neues "Kaisertum Österreich", und nannte sich nun folgerichtig als dessen erster Kaiser Franz I. Die naheliegende Vermutung, dass es sich bei der Komposition um eine tagesaktuelle Huldigung für diesen Schritt handelt, somit als Druckort Wien und als Entstehungsjahr 1804 zu bestimmen wäre, trifft allerdings nicht zu. Der auf dem Titelblatt als "Director des Art. Lith. Instituts" [ohne Oretsangabe] genannte G. Eduard Müller fungierte spätestens ab 1827 als Direktor dieser Berliner Unternehmung, die er 1833 auch kaufte und der er eine Musikalienhandlung anschloss. Da Franz I. 1835 starb, muss diese Huldigung in den Jahren davor gedruckt worden sein. Warum Ende der 1820er oder Anfang der 1830er Jahre in Berlin eine solche Huldigung komponiert und gedruckt wurde, bleibt leider ein Rätsel. - Sehr selten. Die Originalkomposition entstand für großes Orchester, die gedruckte Partitur ist in London (BL) zu finden, vom Klavierauszug ein Exemplar in Wien (ONB).

Item ID : 18648