Beethoven, Ludwig van (1770-1827)
[Op. 90.] Sonate für das Piano-Forte, 90tes Werk, gewidmet dem Hochgebornen Herrn Grafen Moritz von Lichnowsky.
Wien, Steiner ( C.D.S.A.S.2350), [1815]
Querformat 26x35 cm, 16 Seiten gestochen, (Titel, 2 LS, Notentext S. 2-16,2 LS). Original ungebunden, unbeschnitten, Titel fleckig, mit Namenszug. - PN auf Seite 2 "C.D.S.2350", PN auf S. 11 fehlt, S. 12 letzter Takt, "loco"-Platzierung korrigiert oberhalb der ersten Note, der falsche "loco"-Druck auf der 2. Note noch durchscheinend. Einige Plattenrisse, Preis auf dem Titel nicht ausgefüllt.

* Werkverzeichnis 2014 S. 569ff. - Originalausgabe 2. Abzug mit einigen Korrekturen, kurz nach dem fehlerhaften 1. Abzug. - Ab März 1815 wurde die Sonate, die erste nach einer Pause von 5 Jahren, von Steiner für den Druck vorbereitet. (Die PN mit vorangestellten C.D.S. steht für "Chemische Druckerey Steiner"). Beethoven korrigierte noch kurz vor dem ersten Druck im Juni 1815 einige Fehler, fand jedoch im ersten Abzug weitere Fehler, deren Korrektur er am 27. Juni in seinem scherzhaft-bissigen Ton bei Steiner ultimativ verlangte: "Wenn nicht Morgen Abends zwischen 6 und 7 uhr das Exemplar; welches ich dem Adjutanten des G.l. ["Generalleutnant" Steiner] Tobias Haslinger korrigiert übergeben von der Sonate, Samt einem andern, worin keine Fehler mehr sind, so daß man sieht, daß die Fehler in der Kupferplatte verbessert sind ... in meinen Händen sind, so beschließen wir, was folgt: der G.L. wird einstweilen suspendiert, Sein Adjutant T.H. kreuzweise geschlosßen; - unser Generalprofoß Diabolus Diabelli wird mit Vollziehung dessen beauftragt werden." Steiner ließ daraufhin die Platten der Originalausgabe korrigieren, ehe er nur wenige Monate später eine komplett neu gestochene zweite Ausgabe, mit neuer PN ("S. et C. 2350", Haslinger war in der Zwischenzeit als Teilhaber in den Verlag eingetreten) veranlasste. - Hier die seltene Originalausgabe "post correcturam", vor dem Neustich, mit allen entsprechenden Details.