1. deutsch
Brief aus Zürich vom Besuch bei Richard Wagner

Liszt, Franz (1811-1886)

Eigenhändiger Brief mit Unterschrift "FLiszt" und Datum mit Wochentag ("Sonnabend 9.July.1853" aus Zürich [an Kapellmeister Gustav Schmidt in Frankfurt], betreffend Lohengrin in Wiesbaden und Tannhäuser in Frankfurt und ein Treffen mit Johanna Wagner in Frankfurt.

[Zürich], 09.07.1853

EUR 4.400,00

21x13 cm, 1 1/2 Seiten auf bläulichem Doppelblatt, Einrisse in den Faltkanten.

* Nicht in La Mara Franz Liszts Briefe, I und VIII (!) - "Lieber Freund, Wagner bringt mir soeben Ihre Zeilen. Ich hatte mich eingerichtet heute Abend abzureisen und Montag Nachmittag in Frankfurt anzukommen. Da der Tannhäuser Montag nicht gegeben wird, so bleibe ich bis Morgen Abend, gehe wahrscheinlich früher nach Wiesbaden, wo der Lohengrin nächsten Dienstag aufgeführt sein soll und sehe Sie Mittwoch in Frankfurt. Wenn es Ihnen möglich ist, so bitte ich Sie sehr, den Tannhäuser am Mittwoch 13 July zu veranlassen und Papa Wagner für dies Unternehmen zu gewinnen. Vieles mehr mündlich. Tout à vous F Liszt. Sonnabend, 9. July 1853". - Liszt besuchte Richard Wagner in Zürich vom 2. bis 10. Juli 1853. Wegen des Frankfurter Tannhäuser hatte Liszt bereits am 4. Juli aus Zürich an Schmidt geschrieben: "Da meine Abreise von hier mit der Aufführung des Tannhäuser in Frankfurt nächsten Montag 9. July zusammenhängt, so bitte ich Sie nochmals, mich bis Freitag oder Sonnabend früh hier wissen zu lassen, ob diese Aufführung stattfindet." Gustav Friedrich Schmidt (1816-1882), Kapellmeister am Frankfurter Stadttheater, hatte im Januar 1853 "Tannhäuser" erstmals in Frankfurt auf die Bühne gebracht. - Der angesprochene "Papa Wagner" ist Richard Wagners ältester Bruder Albert (1799-1874), Sänger, Schauspieler und Regisseur, zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits von der Bühne zurückgetreten und Manager seiner Adoptivtochter, der Sängerin Johanna Wagner (1828-1894), die bei der Uraufführung des Tannhäuser in Dresden 1845 die Elisabeth gesungen hatte. Siehe auch den Brief von Richard Wagner an Minna Wagner, St. Moritz, 22. Juli 1853: "Johanna Wagner will bei einem Gastspiele im 'Tannhäuser' singen. Liszt hat Johanna noch in Frankfurt gesprochen; in 14 Tagen wollte sie dorthin wieder zu einem zweiten Gastspiele zurückkehren, um dann auch im 'Tannhäuser' zu singen." (zitiert nach Lindner, Richard Wagner über Tannhäuser, Leipzig 1914, S. 190). - Liszt selbst hatte, nachdem der "Tannhäuser" nach der missglückten Uraufführung 1845 in der Versenkung verschwunden war, mit der zweiten Aufführung 1849 in Weimar einen wahren Boom der Oper entfacht, mit zahlreichen Aufführungen an verschiedensten Orten in den Folgejahren.

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