1. deutsch
Lodewijk Plattner VN 1 - erste Musik-Lithographie in NL.

Boieldieu, François-Adrien (1775-1834)

Ouverture Du Calif de Bagdad Arrangee pour deux violons. (VN 1, NUR VIOLINO PRIMO) - BEILIEGT: Dasselbe in späterer Auflage mit beiden Stimmen (VN 486).

Rotterdam, Plattner (VN 1, VN 486), [ca. 1809-1815]

EUR 250,00

I (VN 1): Folio 34x24 cm, 5 Seiten lithographiert. Titel etwas fleckig, Seiten gebräunt, unbeschnitten mit Randläsuren, knitterig, Rückenfalz alt mit Papierstreifen verstärkt, das einzelne mittlere Blatt mit durchsichtigem Papierstreifen eingeklebt.- BEILAGE (VN 486): 2 Stimmhefte, 5, 4 Seiten, Hier das Impressum überklebt mit Händleretikett "Weygand La Haye". Titel fleckig, lichtrandig, Rücken von Violino primo eingerissden, insgesamt aber gut erhalten.

Verlagsnummer 1 des deutsch-niederländischen Musikverlegers Ludwig (Lodewijk) Plattner (1767-1842) in Lithographie, möglicherweise als Prototyp für die Einführung der Lithographie in den niederländischen Musikdruck gedacht. - Von größter Seltenheit, kein Exemplar in WorldCat und RISM. - Der aus Deutschland stammende Lodewijk (Ludwig) Plattner hatte 1805 in Rotterdam den Musikalienhandel und -verlag von Nicolas Barth übernommen.Mit dem Plattendruck aufgrund der kriegsbedingt schlechten Zinnqualität unzufrieden, verlegte sich Plattner als erster niederländischer Musikdrucker auf die Lithographie und erhielt dafür 1809 ein auf 5 Jahre ausgelegtes königliches Privileg. "...is Platner de eenige man binnen dit Koningrijk die sich daarmede dadelijk ophoudt, en hij verkoopt reeds zedert eeinige tijd muziek op die wijze door hem vervardigd" (aus der Empfehlung des Minister Van der Capellen für Plattner vom 4.11.1809, zitiert nach Mazure S. 17). Die Verlagsnummer 1 auf dem Titelblatt ist außergewöhnlich, da Plattner seine Musikdrucke in Weiterführung der Barth'schen Nummerierung - nach einigen Nachdrucken - mit der Verlagsnummer 302 beginnt. Mazure nennt als erste Lithographie noch die vorher zwischengeschobene Nummer 182. So läßt die demonstrative Verwendung der Verlagsnummer 1 auf dem Titelblatt - der Notendruck ist ohne Plattennummer - vermuten, dass es sich hier um einen Musterdruck, möglicherweise im Zusammenhang seines Ansuchens um das königliche Privileg handelt. Die Wahl des Boildieu-Arrangements liegt insofern nahe, als es sich um ein von Plattner mehrfach wiederaufgelegtes Erfolgstück in jener Besetzung handelt, die für Plattner das erfolgreichste Marktsegment jener Jahre war. - Hier in interessantem Vergleich mit der späteren Neuauflage, die den Notentext des ersten Drucks genau wiederholt, aber in kleinerem Satzspiegel deutlich eleganter auf den Stein gezeichnet ist.

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