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Kleinecke, Wilhelm (1851-1909) + Erzherzog Eugen (1863-1954)

Erzherzog Eugen (1863-1954) - Wilhelm Kleinecke jun. (1851-1909): eine musikalisch-freundschaftliche Beziehung, autographisch dokumentiert in Opernmanuskripten und Korrespondenz 1882-1906

1882-1906

EUR 4.500,00

Wilhelm Kleinecke (1851-1909) - Manuskripte: Autographen und Kopisten-Reinschriften: 1. Rosamunde (Oper, 2 Fassungen, 4 und 5 Akte, Partitur und Klavierauszug: 6 Folio-Bände, Prachteinbände hellbraunes Leinen mit grüner und goldener Titelprägung. 2. Die Braut von Ariccia (Oper, 2 Akte), mit Widmung an Erzherzog Eugen 2 Folio-Bände, braunes Leinen mit goldgeprägten Titeln, Partitur Autograph mit Korrekturen (beschädigt, Rücken fehlt), Partitur Reinschrift (Kopist?). - Erzherzog Eugen (1863-1954): 37 eigenhändige Schreiben (Briefe und Kärtchen) an Wilhelm Kleinecke 1886-1906, in Prachtalbum montiert, alle Schreiben transkribiert.

"Verehrter Maestro ... muss ich von einem Triumpfe erzählen, den ich hier als Sänger errang. Bald nach meiner Ankunft stellte ich mich Monsieur Terte, Gesangs und Musiklehrer sowie Sologesangsrepetitor der komischen Oper als angehender Sänger vor ... bot mir an ... 1886 nach Paris zu kommen und 6 Monate bei ihm zu studieren, wogegen er mir Engagement als Basso cantate an der komischen Oper in Paris ... garantiert ... Ich sagte ihm natürlich, daß es nicht meine Absicht ist, zur Bühne zu gehen, was er sehr bedauert. Trotzdem mache ich bei ihm täglich Stunden in Darstellung, Deklamation und Spiel. ... Täglich gehe ich in eins der 4 Opernhäuser." (Erzherzog Eugen an Wilhelm Kleinecke, aus Paris, 10.11.1884), - Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen (1863-1954), ein unverheiratet gebliebener Urenkel von Kaiser Leopold II., machte Karriere als Militär, zuletzt 1916-1917 als Feldmarschall der k.u.k. Armee. Zudem war er 1894-1923 der letzte weltliche Hochmeister des Deutschen Ordens. Privat war Eugen auch an Kunst und Musik interessiert, ein begeisterter Sänger, der über eine schöne ausgebildete Baritonstimme verfügte. - Sein Gesangslehrer in Wien in den frühen 1880er Jahren war der 12 Jahre ältere Wilhelm Kleinecke jun. (1851-1909), Sohn des bekannten Wiener Hornisten Wilhelm Kleinecke sen. (1825-1893), der selbst ein bedeutender Hornist wurde, daneben aber auch in Wien als Komponist, Gesangslehrer und Chorleiter tätig war. Für Erzherzog Eugen blieb Wilhelm Kleinecke in den frühen Jahren seiner militärischen Karriere, die ihn aus Wien fortführte (Pardubitz, Güns, Budapest, Innsbruck) ein wichtiger musikalischer Ansprechpartner und Ratgeber, der für ihn Notenmaterial besorgte und Möglichkeiten des musikalischen Ensemble-Singens organisierte. Das Verhältnis blieb über 20 Jahre herzlich, Kleinecke widmete dem Erzherzog mehrere Werke, der Erzherzog wiederum unterstützte und förderte Kleinecke nach Kräften, wenn auch nicht immer erfolgreich. So wurde die auf Anregung des Erzherzogs von Kleinecke 1886 komponierte Oper "Die Braut von Ariccia" trotz höchster Interventionen nicht von der Hofoper angenommen. - Die 37 eigenhändige Briefe und Karten von Erzherzog Eugen an Kleinecke wurden vom Adressaten liebe- und respektvoll gesammelt und in einem Album repräsentativ aufbewahrt. Sie sind - neben den Musikmanuskripten - ein einmaliges, bislang unbekanntes Zeugnis der Wiener Musikgesellschaft der späten Habsburgerzeit. - Sehen Sie dazu das ausführliche PDF (abrufbar hier über die Homepage oder Zusendung auf Anfrage).

Bestellnummer : 18435