1. deutsch
Recherche zum Napoleon-Erinnerungslied "Te souviens-tu?"

Meyerbeer,Giacomo (1791-1864)

Eigenhändiger Brief mit Notenzitat signiert und datiert an Nicolas-Louis Gouin. "Ems, 25 juillet 1840" mit Bitte um Recherche zum Ursprung der Melodie von "Te souviens-tu?".

Bad Ems, 25.07.1840

EUR 600,00

26x21 cm, Doppelblatt (Briefbogen), 2 Seiten französischer Text mit Notenzitat 9 Takte (ohne Text), Adresssseite mit Adresse, Lacksiegel, 2 Poststempel. Sehr guter Zustand.

Bemerkenswerter (französischer) Brief von Meyerbeer zu einer der bekanntesten Melodien des 19. Jahrhunderts: Meyerbeer berichtet aus seinem Kurort Bad Ems an seinen Pariser Vertrauten Nicolas-Louis Gouin von einem musikalischen Streit zwischen Polen und Deutschen über den möglichen französischen oder polnischen Ursprung der berühmten, überall gesungenen Melodie ("qui se chante dans presque tous les Vaudvilles français et dont voici la mélodie" - es folgt das Notenzitat). Er bittet Gouin, Beweise für den französischen Ursprung zu schicken, da Gouin mit dem Sohn des Komponisten der Melodie gut bekannt sei. Tatsächlich stammt die Melodie von Joseph-Denis Doche père (1766-1825) und wurde 1817 durch den Chansonnier Émile Debraux (1796-1831) berühmt, der die Melodie für sein Gedicht "Te souviens-tu?" mit der sehnsüchtige Erinnerung an die große Zeit der napoleonischen Erfolge verwendete. 1825 verwendete Carl von Holtei die Melodie in ähnlichem Sinn für sein Liederspiel "Der alte Feldherr", in der sich der polnische Freiheitsheld Kosziusko - über die polnische Teilung trauernd - an die erfolgreiche Schlacht von Dubienka 1792 erinnert. Die Melodie wurde immer wieder mit neuen Texten unterlegt, unter anderem als berühmtes Antikriegslied "Ich bin Soldat doch bin ich es nicht gerne" von 1870.

Bestellnummer : 16663