1. deutsch
Über den Erfolg seiner Oper "Adrien" 1799

Méhul, Étienne-Nicolas (1763-1817)

Eigenhändiger Brief signiert an Henriette Georgeon [ohne Ort, ohne Datum, vermutlich Paris 1799] über eine Komposition von Georgeon und seine Oper "Adrien"

[Paris], [1799]

EUR 600,00

Doppelblatt 20x16 cm, 3 Seiten Text und Adresse "a l a citoyenne Henriette Georgeon". Faltspuren, kleiner Ausriss durch das Öffnen des Siegels mit kleinem Papierverlust, ohne Textverlust.

Text französisch. - Die Adressatin Henriette Georgeon, geb. 1779, Sängerin, Dichterin und Komponistin von Romanzen zwischen ca. 1800-1815. - Méhul antwortet ihr freundlich auf die Zusendung einer Komposition mit dem Hinweis auf einige Längen, die den Effekt trüben. Er bedankt sich für ihre Komplimente über seine Oper "Adrien": "Es stimmt, dass die Oper einen schmeichelhaften Erfolg hat, aber darf ich das mir zuschreiben? Die Schauspieler, das Spektakel, der Hunger nach Neuem, und die vielen Freunde haben zweifellos mehr zum Erfolg beigetragen als meine Musik..." Es folgen Komplimente an Georgeon und eine vage Verabredung: "Eines Abends, wenn ich frei habe, nehme ich meine Partitur unter meinen Arm und komme Sie um Ihren Rat zu fragen. Ihr Geist ist gerecht, Ihre Meinung fest und einfühlsam, Ihr Beurteilungsvermögen gut..." - Die Oper "Adrien", komponiert 1791 als "Hadrian, Kaiser von Rom", sollte 1792 uraufgeführt werden. Da man im revolutionären Paris aber Kaiser Hadrian mit dem feindlichen Österreichischen Monarchen gleichsetzte, wurde die Oper zurückgezogen. 1799 kam die Oper mit einigen Umarbeitungen als "Adrien" (ohne "Empereur" im Titel") doch noch auf die Bühne und erlebte einen sensationellen Erfolg. Da man nun aber Parallelen zwischen Adrian und Napoleon zu sehen glaubte, wurde die Oper abermals vom Spielplan genommen.

Bestellnummer : 16709